Feli´s Sonntagsausflug oder Ein total verkorkster Tag

Hallo liebe lesenden Zweibeiner, ich bin Felicia, 5 Jahre alt und wohne im Stutenstall bei Reiner Werning in Dortmund. Mh, okay, das wißt ihr wahrscheinlich auch selbst.
In diesem Jahr habe ich zwei Familienangehörigen ein Jubiläum eingaloppiert: Katharina landete mit mir ihren 50.Treffer in Hamburg während des Derbymeetings und Papa Werning feierte in Düsseldorf seinen 500.Erfolg als Trainer. Am letzten Oktobertag ging es nach Bremen, wo ich im vorletzten Rennen meinen Start hatte.
Um Viertel nach 9 mußte ich meine kuschelige Box verlassen und sollte mich in den Hänger bewegen, wo meine Freundin und Reisegefährtin Biene, schon wartete. Biene ist unser Pony, das mich bei meinen Reisen begleitet.
Clarissa führte mich, Papa Werning marschierte hinter mir und neben dem Hänger stand Christian, der aufpasste, das ich mich nicht für einen anderen Weg entscheide. Sonst hat Christian immer Äpfel mit, wenn er uns Mädels im Stall besucht, doch sah ich nichts Rundes in seinen Händen. Also zickte ich rum und ging keinen Meter in den Hänger. Hihi, Papa Werning fluchte: "Sonst macht sie das nicht und geht ganz lieb herein."
Naja, irgendwann beugte ich mich doch dem Wunsch des Trainers, da ich befürchtete, demnächst nicht mehr von unserem Mitfahrer geknuddelt und beköstigt zu werden.
Wir waren keine 50 Kilometer gefahren, sag ich euch, da musste die Knalltüte von Christian schon aufs Klo: Männer. Oder war er durch den Ladevorgang so nervös geworden ???
Nach diesem kurzen Stopp dachte ich: Cool, noch 170 Kilometer bis zur Rennbahn an der Vahr und dann laufen und gewinnen.
Keine 50 Kilometer weiter, ein erneuter Stopp. "Hat der eine Sextanerblase, oder was ?" Nein, unser Beifahrer war dieses Mal unschuldig, die Autobahnpolizei machte eine Kontrolle - toll.
Sie wünschten uns viel Erfolg und nach der 10minütigen unfreiwilligen Kontrollpause ging es dann tatsächlich ohne weitere Stops nach Bremen. Schließlich wollte ich noch hören, wie meine Lieblingsreiterin Katharina ihr erstes Rennen meistert.
Endlich haben wir die Autobahn verlassen, freute ich mich in wenigen Minuten vierbeinige Gefährtinnen und Gefährten aus den anderen Ställen sehen zu dürfen. Und wir lagen gut in der Zeit, um auch das Rennen von Kathi verfolgen zu können. Doch was machte der Trainer nun ? Anstatt den direkten Weg zu nehmen fuhr er einen tierischen Bogen. Als wir nach dem Umweg auf der Rennbahn ankamen, hörte ich wie er den Grund erzählte: Die normale Strecke war aufgrund einer Baustelle gesperrt.
Nachdem biblischen Sprichwort "Die letzten werden die ersten sein" holte mich der Trainer aus dem Hänger und Christian durfte mich führen, solange Papa Werning Biene "entlud".
Eigentlich wollte ich meinem Führer ein Andenken schenken, doch traf ich seinen Fuß nur am Rand. Mh, war vielleicht auch gut so, ich wusste ja nicht, ob er eventuell doch ein Leckerchen für mich dabei hat.
Dann tauschten die beiden Herren die Pferde und ich musste hinter Biene und Christian in die Box 11 folgen. Alleine wollte ich da nicht rein, aber nachdem Christian drin war, überlegte ich mir es doch noch. Aber Christian hatte mich ausgetrickst und ging anschließend mit meinem Reisepony wieder raus. Doch Biene rächte sich und zog ihn schnurstracks in eine leere Box ;-)
Während Papa Werning und Biene eine Box für sie suchten, hörte ich wie Katharina Dritte wurde. Supi, und zum Abschluß gewinnen wir, lalala.
Nach dem auch Biene "eingeboxt" war, kümmerte sich mein Trainer wieder um mich und ging mit mir in dem Hof spazieren.
Knappe 2 Stunden später kam meine Tagespflegerin. Ich kannte sie noch nicht, ist aber eine nette…hab ich mir sagen lassen. Sie war lieb zu mir und putzte mich für "mein" Rennen.
Um 15:22 Uhr öffneten sich die Boxen und Katharina zog mit mir in Front, welch überraschende Taktik. Aber es machte Spaß, endlich habe ich mal keinen fliegenden Dreck abbekommen. Auch im Schlußbogen war ich noch vorne und eingangs der Geraden auch.
Wo ich galoppierte, war der Boden optimal, doch auch die anderen Pferde wollten auf diesen Boden. Was machte der sonst nette und sympathische Eddy Pedroza mit seinem Pferd ? Er ritt viele Pferde um den Haufen und mein Noch-Teen auf dem Rücken konnte sich noch so eben im Sattel halten, nachdem es schon mit dem Kopf auf dem Hintern des Vorgängers aufkam.
Zur Strafe bekam der Jockey aus Panama 3 Tage kann er über seine Missetat nachdenken. So, das hat er nun davon. Püh! Mümpf!
Naja, und wir hatten kein Geld mit nach Hause gebracht :-(
Kurz nach meinem Rennen lief meine Boxnachbarin mit Pascal in Mülheim und wurde nach einem verkorksten Rennverlauf Dritte. Gut, sie musste sich noch mehr anstrengen, schließlich wurde sie vom WDR gefilmt.
Gegen 17 Uhr führte mich Katharina vor dem Einladen und Christian holte ihn raus: einen Apfel.
Leider hatte ich nicht ganz so einen Appetit und aß nur die Hälfte.
Wenig später ging es in den Hänger und wir fuhren ohne großartige Stopps - ein kleiner Stau war dabei - wieder zurück ins Ruhrgebiet. Tochter und Vater wechselten sich mit dem Fahren ab, während Christian entspannt mit meiner Pflegerin textete, tz tz tz.
Um halb neun abends wurden wir Mädels wieder entladen und mussten trotz Halloween wieder in den Stall. Dabei hatte ich mir so eine schöne Maske ausgedacht, grummel.
Doch was sah ich da in meinem Trog ? Den Rest von meinem angefangenen Apfel. Bevor ich ihn aber ganz fraß, versuchte ich ihn wie einen Kürbis aushölen. Nein, es gelang mir nicht, dafür war er mein Strohhupferl….

Eure Feli